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Ein Wundermittel gegen Cyanos?

Viele sind auf der Suche danach, aber leider gibt es das nicht. Es gibt jede Menge Leute, die behaupten, dieses und jenes würde „garantiert“ und „in kürzester Zeit“ helfen.

Warum das aus wissenschaftlicher Sicht leider nicht so ist, will ich einmal aufschreiben: Cyanos sind uralte Lebensformen, und es gibt über 2000 verschiedene Arten, von denen viele verschiedene in unseren Becken vorhanden sind. Zum Glück meist nur wenige, „unsichtbare“ Zellen. Sie besetzen alle möglichen biologischen Nischen – grüne sind nicht immer die gleichen wie andere grüne, und bei roten ist es dasselbe.

Was kann man aber dagegen tun?

Zu allererst heißt es: Hausaufgaben machen, also sicherstellen, dass das Becken in gutem Zustand ist. Vor allem sollten Nährstoffwerte im Rahmen sein, keine Gammelecken im Becken, eine gute Strömung, ausreichend Beleuchtung vorhanden sein. Dann müssen die Wasserparameter stimmen – vor allem sollte kein Silikat ins Becken kommen (Vollentsalzer) und Schwermetalle ausgeschlossen werden. Also würde ich bei Cyano-Problemen auch immer eine Labor-Analyse von Osmose- und Beckenwasser machen.

Wenn dabei eine Störquelle gefunden und abgestellt wird, verschwinden die Beläge oft sehr schnell.

Aber: Was tun, wenn Cyanos trotz guter Rahmenbedingungen da sind? Denn das gibt es leider auch oft genug.

Dazu liest man dutzende verschiedene Tipps. Im Kern ist es wichtig, die Cyanos zu stören, es ihnen ungemütlich zu machen, damit gewünschte Bakterien sie verdrängen können. Dazu gibt es viele Empfehlungen – Bakterien dosieren, Licht verändern, Salinität ändern, chemische Wundermittel, und, und, und.

Vieles davon greift leider stark in die Biologie des Beckens ein und gefährdet in vielen Fällen die gesunde Biologie stärker als die Cyanos. Krasse Veränderungen des Licht aus dem natürlichen Bereich heraus („nur blau“, „kein Blau, „Licht ganz aus“) schädigen empfindliche Korallen und machen sie empfindlich für Sekundärinfektionen, vor allem, wenn die Wasserwerte nicht passen. Wer sich obskure chemische Mittel oder gar Antibiotika ins Becken kippt, darf sich nicht wundern, wenn diese die ganze Biologie zum Kippen bringen. Am besten mal nach Erfahrungsberichten googeln, danach dürfte man sich die Idee schnell aus dem Kopf schlagen. Es gibt halt keine Chemie, die „nur“ gegen Cyanos wirkt und frei von Nebenwirkungen ist.

Die besten Erfahrungen habe ich damit gemacht, die Cyano-Plage dauerhaft zu stressen: Durch die Zugabe von des Phytoplanktons Synechococcus über einige Woche bringt man einen biologischen Konkurrenten ein, der in den meisten Fällen die unschönen Beläge binnen weniger Wochen verdrängt. Und das auf natürliche Weise.

Damit die Erfolge auch von Dauer sind, ist es wie gesagt aber wichtig, dass die übrigen Parameter stimmen – siehe oben.

– Andreas von Plankton-Welt

P.S.: Hochwertiges Phytoplankton Synechococcus bekommt ihr auch hier im Shop:

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