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„Artemianaupilen als Futter für Larven – ist das noch zeitgemäß?“

Nährreich sind frisch geschlüpfte Artemien zwar (vor allem im Sinne von Brennwert), allerdings fehlen ihnen wichtige Nährstoffe, die praktisch alle Tiere im Aquarium dringend brauchen – und vor allem Larven:

Artemien sind keine Meeresbewohner. Daher haben sie – auch die frisch geschlüpften – viel zu wenig der mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die Meereslebewesen für ein gesundes Leben brauchen. Vor allem Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) fehlen weitestgehend.

Damit sind sie so etwas wie das Fast Food in der Fischzucht: Larven werden durch sie zwar dick und rund, aber leider nicht sehr gesund.

Vor allem in der Zucht führt das dazu, dass wir im Meerwasserbereich in Deutschland noch viel zu niedrige Überlebensraten der Tiere haben.

In der kommerziellen Zucht in Nordamerika wird insbesondere bei schwierigen Nachzuchten inzwischen praktisch ausschließlich auf Copepoden und angereicherte Rädertierchen zurückgegriffen. Die erzielbaren Überlebensraten sind viel höher – und Fehlbildungen deutlich seltener.

Und nicht zuletzt die jüngsten Zuchterfolge in der Branche – Doktorfische, Putzerlippfische und Chromis – sind vor allem den Fortschritten in der artgerechten Fütterung zu verdanken. Und die ist gar nicht so schwer: Copepoden und Rädertierchen lassen sich mit wenig Aufwand zu Hause züchten.

Und der Nachwuchs der Fische und Garnelen wird es uns danken.

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